Jusos Bayern fordern Reformen bei der Leiharbeit
Umfangreiche Reformvorschläge hat die sozialpolitische Kommission der Jusos Bayern für die Leiharbeitsbranche erarbeitet. Anlass war eine Veröffentlichung des deutschen Journalistenverbandes, aus der hervor geht, dass Leiharbeit als legales Instrument zur Umgehung der Tarifbindung im journalistischen Bereich - wie in fast allen anderen Branchen mittlerweile auch - immer mehr um sich greift.
Die stellvertretende Landesvorsitzende und Leiter der sozialpolitischen Kommission Thomas Asböck ist empört: „Wieder einmal zeigt sich, dass mit der Reform von 2004 nicht die angestrebten Ziele erreicht wurden, sondern vielmehr für Arbeitgeber ein bequemer Weg geschaffen wurde, Tarifbindung zu umgehen.“
Die Reform zielte unter anderem auf einen so genannten „Klebeeffekt“ ab. Dieser Effekt geht davon aus, dass LeiharbeitnehmerInnen die Entleihfirma so sehr von sich überzeugen können, dass sie bei diesem Unternehmen fest eingestellt werden. Doch der angesprochene „Klebeeffekt“ spielt in der Realität leider nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr ist genau das Gegenteil der Fall! Ann-Kathrin Brodowski (stv. Vorsitzende der Jusos Unterfranken und Mitglied der sozialpolitischen Kommission) führt dazu aus: „Es ist eine nicht hinnehmbare Situation, wenn Unternehmen dazu übergehen, ihre Mitarbeiter zu kündigen, um sie danach mit den deutlich schlechteren Verträgen einer Leihfirma wieder zu beschäftigen.“
Die Forderungen der sozialpolitischen Kommission der Jusos zum Ausdruck bringen Stephan Rolli (stv. Vorsitzender der Jusos Unterfranken) und Manuel Michniok (Jusos Aschaffenburg): „Wir brauchen eine grundlegende Reform des Instrumentes Leiharbeit. Wichtigste Punkte dabei sind: ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ und die Wiedereinführung des Synchronisationsverbotes. Dadurch wird gewährleistet, dass LeiharbeitnehmerInnen nicht in Kostenkonkurrenz zur Stammbelegschaft treten. Außerdem müssen LeiharbeitnehmerInnen bei einer Leiharbeitsfirma fest angestellt werden und nicht nur für die Dauer eines Verleihauftrags. Das derzeit praktizierte ‚Hire and Fire‘ ist nichts weiter als eine modernere Form der Sklaverei.“
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