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Beste Bildung für alle!!!

Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder Mensch verfügt über besondere Potenziale und Fähigkeiten. Für uns sind alle in ihrer Würde als individuelle Persönlichkeiten gleich wert, gleich zu achten, gleich zu schützen und zu schätzen – unabhängig von ihrer individuellen Fähigkeiten. Aber vor allem auch ungeachtet ihres Geschlechts, der sozialen und ethischen Herkunft.

Wir gehen davon aus, dass Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche – bildungsfähig und bildungswillig sind. Es kommt darauf an, unterschiedliche Interessen, Neigungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten optimal zu stärken. Uns kommt es dabei auf den Menschen an. Es geht deshalb nicht um wirtschaftliche oder unternehmerische Anforderungen. Für uns gilt: Bildung ist ein Menschenrecht und ist damit ein öffentliches Gut.

Bildung muss die demokratische Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft ermöglichen. Sie gewährleistet den Fortbestand und die Weiterentwicklung unserer demokratischen Gesellschaft. Sie ist ein wichtiger Motor für echten Fortschritt, für die gerechte Umverteilung gesellschaftlicher Macht und das Aufbrechen bestehender Eliten.

Bildung beinhaltet ein klares Bekenntnis zur sozialen Gleichheit aller Menschen und hat deren Aufklärung und eine Veränderung zu einer solidarischen Gesellschaft zum Ziel. Das ist unsere Vision. Für uns ist klar, dass diese Vision nur erreicht werden kann, wenn Bildung staatliche Aufgabe ist und auch bleibt.

Um unsere Vision von einer demokratischen, solidarischen Bildung umzusetzen, haben wir anerkannte Instrumente, die es Schritt für Schritt zu erkämpfen gilt. Wir brauchen frühkindliche Bildung, eine integrierte Gesamtschule – eine Schule für alle - eine elternunabhängige Ausbildungsförderung, berufliche und allgemeine Weiterbildung, die nicht an unternehmerischen Interessen ausgerichtet ist, Bildungsmöglichkeiten für Ältere und natürlich mehr poltische Bildung. Diese Bildung muss staatlich und gut ausgestattetet finanziert werden, denn für uns ist klar: Bildung ist kein Kostenfaktor, sie dient dem individuellen und gesellschaftlichen Wohl und kann damit gerade in der momentanen Krise einen Ausweg bedeuten.

Demokratische Mitbestimmung aller Beteiligten ist darüberhinaus eine Grundvoraussetzung für ein egalitäres, solidarisches Bildungssystem. Wir setzen dem Konkurrenzdenken unf dem individuellen Wettbewerb ein solidarisches Bildungssystem entgegen. Wir wollen nicht, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden, sondern wir kämpfen für ein gemeinsames Lernen und Arbeiten im Team. Wir wollen Eltern bei der Erziehung nicht allein lassen. Für uns ist klar: der Erziehungsauftrag gilt nicht nur für Eltern. Wir wollen Inklusion im Bildungssystem. Inklusion ist die konsequente Weiterführung von Integration. Während der Begriff „Integration“ nahe legt, darunter das Hereinnehmen eines Kindes in ein bestehendes System zu verstehen, ohne das System substantiell zu verändern, geht Inklusion davon aus, dass die Realisierung des Rechts aller Kinder auf gemeinsame Bildung und Erziehung nur durch einen umfassenden Reformprozess zu realisieren ist.

Nur durch Kooperation und Beteiligung aller an gesellschaftlichen Prozessen kann die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und die wirkliche Gleichheit aller Menschen gewährleistet werden. Für uns ist deshalb frauenspezifische Bildung besonders wichtig, damit unser Ziel der menschenlichen Gesellschaft erreicht werden kann.

Leider haben wir zurzeit in Bayern eine ganz andere Situation. Bildung, egal in welchem Lebensalter, ist abhängig vom eigenen oder vom Geldbeutel der Eltern. Durch Strukturen (Zuständigkeiten von Ministerien, Schulstruktur, Hochschulaufbau, etc.) werden Bildungsmöglichkeiten für die meisten verbaut und nur wenige können sich gute Bildung noch leisten. In Bayern entwickelt sich zunehmend eine Ständegesellschaft. Dies wollen wir ändern! Bildung schafft nicht nur individuelle Teilhabe und Aufstieg, sondern gesellschaftlichen Fortschritt. Deshalb ist Bildung eine öffentliche Aufgabe. Wir fordern, dass zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildungs- und Forschungsausgaben investiert werden.

Das Bildungssystem ist in den letzten Jahren ein zentrales Feld gesellschaftlicher Auseinandersetzungen geworden. Die Zuspitzung gesellschaftlicher Konflikte, Massenarbeitslosigkeit und prekärer Wohlstand wirken sich auf Bildungsfragen aus, auch weil der Anspruch des „Aufstiegs durch Bildung“ nicht mehr verwirklicht werden kann. Zwar verbessert Bildung die individuellen Chancen, Aufstieg und Wohlstand zu erreichen, es garantiert sie aber nicht. Und die Steigerung der Chancen einer Person wird als Gefährdung der Chancen anderer wahrgenommen, die den Aufstieg bereits absolviert haben und diesen nun für sich und ihre Kinder absichern wollen. Auf der einen Seite verteidigen so diejenigen, die den Aufstieg durch die sozialdemokratische Bildungsexpansion der 70er Jahre geschafft haben in einer eigentümlichen Koalition mit den bürgerlichen Eliten ihren (oft prekären) Wohlstand. Dies geschieht auch dadurch, dass versucht wird, das Bildungssystem so auszugestalten, dass die eigenen Kinder klar separiert von den „Hartz-IV-Kindern“ zur Schule gehen und hierarchisch über diesen das Bildungssystem verlassen.

Auf der anderen Seite steht eine größer werdende Gruppe von Menschen, die für sich und auch für ihre Kinder resigniert haben. Sie beantworten die Tatsache, dass „Aufstieg durch Bildung“ nicht existiert, mit dem weitgehenden Verzicht auf Bildungsanstrengungen (wie auch insgesamt mit einem Rückzug aus der Gesellschaft). Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung wird so auf die Kinder vererbt, für die der Weg „Grundschule, Hauptschule, Hartz IV“ vorgezeichnet scheint und die dies auch für sich selbst als den einzig realistischen Weg betrachten. Die Reaktion auch der Kinder ist die weitgehende Verweigerung von Bildung, da dies in ihrem Empfinden nichts bringt.

Sozialdemokratische Bildungspolitik kann nur erfolgreich sein, wenn sie sich dieses Interessensgegensatzes – Absicherung des prekären Wohlstandes durch Abgrenzung und Ausgrenzung im Bildungswesen einerseits, Rückzug aus dem Bildungssystem wegen der fehlenden Aufstiegs-Chance andererseits – bewusst ist und versucht, ihn aufzulösen. Denn der Gegensatz geht mitten durch sozialdemokratische StammwählerInnenschaft und kollidiert mit dem ur-sozialdemokratischen Ziel „Gleiche Bildung für alle“. Sozialdemokratische Bildungspolitik muss so einerseits denjenigen, die sich durch eine weitere Bildungsexpansion bedroht sehen, eine Absicherung ihres Status‘ garantieren (hier greift Bildungspolitik alleine zu kurz, sie muss durch Sozial-, Arbeitsmarkt- und Verteilungspolitik ergänzt werden). Andererseits muss sie das Aufstiegsversprechen erneuern und für die Re-Integration der ausgegrenzten und sich selbst ausgrenzenden Menschen in das Bildungswesen sorgen (auch hier reicht Bildungspolitik alleine nicht). Dies geht nur durch eine Bildungsexpansion und den Ansatz einer egalitären Bildung bei gleichzeitiger Umverteilungspolitik.

Unsere Eckpunkte für ein gerechtes Bildungssystem

1. Unser Lehr- und Lernverständnis
Wir wollen, dass Lernende – ob in einer frühkindlichen Bildungseinrichtung, einer Schule oder Hochschule, einer Berufsausbildung oder einer Weiterbildung – das Lernen so weit wie möglich selbst gestalten können. Dazu gehört die selbstbestimmte Gestaltung von Lerninhalten, Lernformen und Lerngeschwindigkeit. Die Rolle der Lehrenden ist in diesem Verständnis, Hilfestellungen und Anleitung bei diesem selbstbestimmten Lernen zu geben.

Emanzipatorisches Lernen und Lehren kann sich nur im Dialog entwickeln. Das bisher in der Bildung (und vor allem in den Schulen) vorherrschende Gegeneinander von Lehrenden und Lernenden (das auch durch die starke Machtstellung der Lehrenden gegenüber den Lernenden aufgebaut wird), muss in ein Miteinander aufgelöst werden.

Um dieses Miteinander zu erreichen, müssen neue pädagogische Konzepte in den „Unterricht“ bzw. die Lehrveranstaltungen integriert werden. Dazu gehört am Beispiel der Schule, Frontalunterricht durch individuelle Förderung von Schülerinnen und Schüler durch die Lehrkräfte zu ersetzen sowie Projektunterricht, Stammgruppenprinzip, freie Zeiteinteilung, Freiarbeit und vieles mehr in den Unterricht zu integrieren. So entsteht eine Atmosphäre, in der SchülerInnen mit Spaß lernen. Schülerinnen und Schüler sollen sich künftig gegenseitig helfen, sich Lerninhalte selbst erarbeiten und – unter Anleitung und Aufsicht der Lehrerinnen und Lehrer – ihren Mitschülerinnen und Mitschülern beibringen. Für die anderen Bereiche des Bildungssytems sind vergleichbare Konzepte zu integrieren und zu entwickeln.

2. Frühkindliche Bildung

3. Eine Schule für alle

4. Gute Ausbildung und berufliche Bildung

5. Gute Hochschule

6. Weiterbildung

7. Organisation von Bildung


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  • 01.06. Seminar „Exklusion und Verteilungsgerechtigkeit “
  • 02.06. Seminar „Exklusion und Verteilungsgerechtigkeit “
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